Heute schreibe ich über etwas, was mich schon länger umtreibt. Michelle Obama hat vergangene Woche in den USA ihre Memoiren veröffentlicht. In diesen schreibt sie auch über ihre Fehlgeburt und das Thema Unfruchtbarkeit bzw. künstliche Befruchtung. Ein Interview mit ihr, dass ich in den vergangenen Tagen sah, hat letztlich den Anlass für diese Zeilen gegeben.

Mich beschäftigt, wie wir als Gesellschaft mit diesen beiden Themen umgehen. Ich selbst hatte zwischen Marie und Merlins Geburt eine Fehlgeburt. Als ich mich diesbezüglich äußerte, war ich sprachlos zu erfahren, wie viele Frauen und Paare durch dieses Thema gehen. Scheinbar sind Fehlgeburten nichts Abnormales, sondern etwas was fast jede Frau mindestens einmal erlebt. Warum erfährt man dann kaum etwas darüber? Warum ist es in unserer Gesellschaft stigmatisiert? Ist es etwas peinliches, wofür Frau sich schämen sollte? Als ich eine Fehlgeburt hatte, hatte ich mit das Gefühl, schuldig zu sein und es als Frau nicht zu schaffen, zu versagen! Ist das nicht traurig?

Genauso das Thema Unfruchtbarkeit. Wie viele Paare sind davon betroffen? Unzählige! Und dennoch wird es uns als etwas seltenes und als weiteres persönliches Versagen verkauft. Oder zumindest erlebe ich es so!

Ich schreibe diese Zeilen vor allem an uns Frauen! Weil ich das Gefühl habe, dass wir uns diese Thematik besonders zu Herzen nehmen und es als persönliches Versagen betrachten. Natürlich betrifft das folgende ebenso die Männer!

Wenn du selbst eine Fehlgeburt hattest oder jemanden kennst, der eine Fehlgeburt hatte. Wenn du Empfängnisprobleme hast oder auch da jemanden kennst, der ein Thema damit hat… dann möchte ich, dass du folgendes weißt:

Du bist nicht alleine!
Du bist nicht schuld!
Du hast nicht versagt!

Es ist unsagbar traurig und schmerzhaft, was du erlebst oder erlebt hast. Ein Kind zu verlieren ist furchtbar. Du hast vielleicht seinen Herzschlag, seine ersten Bewegungen gesehen oder gespürt. Du hast dich auf dieses kleine Wesen gefreut … und musst mit dessen plötzlichen Tod umgehen. Das ist verdammt schwer! Gerade in solchen Zeiten, sollten wir als Frauen zusammen rücken und uns gegenseitig Halt geben: Du bist nicht alleine!

Genauso, wenn du schon jahrelang – vergeblich – versuchst, ein Kind zu empfangen. Überall wo du hingehst, siehst du schwangere Frauen oder Frauen mit Kindern. Du kannst nicht davor weg laufen … und doch erinnert es dich an deine eigene tiefe Sehnsucht, die nicht in Erfüllung geht. Warum scheint es bei allen anderen zu klappen, nur nicht bei mir? Stimmt etwas nicht mit mir?
Nein, auch da: du bist nicht alleine!

Wir Frauen sind wunderbare Geschöpfe. Schöpferische Wesen. Wir geben so viel und nehmen so viel auf uns! So viel wird von uns erwartet, so viel erwarten wir von uns … Und wenn wir nicht den Erwartungen anderer oder unseren Erwartungen entsprechen, dann fühlen wir uns wertlos und denken wir haben versagt. Ich finde, wir sollten aufhören damit!
Stattdessen das Wesentliche anschauen:
Ja, du hast oder erlebst etwas für dich unbeschreibbar Schlimmes! Du hast jedes Recht der Welt dich traurig, wütend, enttäuscht, deprimiert und klein zu fühlen. Und es ist wichtig diese Gefühle zuzulassen. Ihnen Raum zu geben! Sie haben ihre Berechtigung.

Es ist nicht erklärbar, was dir passiert oder passiert ist. Und weshalb gerade dir das passiert! Warum scheint es bei allen anderen zu klappen, nur nicht bei dir?
Aber, das stimmt so nicht. Jede von uns geht durch etwas! Jede von uns hat ihre Themen. Nur haben wir verlernt, darüber zu sprechen. Uns darüber auszutauschen. Vor lauter perfekter Welt, vor lauter Schein, vergessen wir über das Sein zu reden!
Es gibt so viel, was wir nicht kontrollieren und nicht verstehen können. Zumindest nicht mit unserem Verstand. Das Herz sieht und erkennt weit mehr, als unser Verstand. Davon bin ich überzeugt. Nur haben wir oft verlernt, auf das Herz zu hören!

Ich habe einen Traum: Wir Frauen nehmen uns an den Händen. Wir lassen Vergleiche, Bewertungen und Stigmata hinter uns. Sie sind nur das Zeichen von Verunsicherung.

Wir nehmen uns an den Händen (selbst über Generationen hinweg) und schreiten gemeinsam den Weg des Lebens. Wenn eine von uns fällt, dann wird sie von den anderen gehalten, gestützt, getragen. Wir sind füreinander da. Öffnen unsere Herzen und unsere Seelen. Wir sind nicht alleine!

Wir sind alle ZUSAMMEN!

Ich bin sehr an deinen Gedanken, Gefühlen und Erfahrungen interessiert! Wenn du Lust hast, dann kannst du sie sehr gerne hier auf dieser Seite teilen. Ich freue mich sehr, deine Geschichte zu erfahren!

Über mich

Sonia

Sonia

Heldenmama mit Leib und Seele, begleitet 3 Kinder

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