Begleitet uns dieses Mal quer durch Deutschland. Einmal hin und zurück. Von Wolfburg, Heidelberg, Potsdam bis fast an die Ostsee. Eine lange Reise, eine schöne Zeit und der Abschied von Sonias Opa.

Eine Nacht im Eis*Stall

Unser Weg führte uns über das Südliche Anhalt zu unseren nächsten Gastgebern. Wir unterhielten uns mit unserer Gastgeberin über Ost und West, was früher anders war. Sehr spannende Einblicke in ein Dorf und wie es sich durch die westliche Kultur verändert hat. Gleichzeitig erschreckend, wie aus einem Miteinander eine Gleichgültigkeit entstehen konnte. Den Kindern zeigte die Gastgeberin noch viele Tiere des Hofes. Mit dabei eine Schildkröte, die kannten unsere Kinder noch gar nicht.

Kurz vor unserer Abfahrt klingelte das Handy und Sonias Mutter war dran. Leider mit keiner guten Nachricht: Sonias Opa war in der Nacht mit 93 Jahren verstorben. Es war wohl ein sanfter Übergang und kam auf Grund seines Alters nicht unerwartet… dennoch hinterlässt er eine große Lücke!

Die Anreise ging kilometerweit über Kopfsteinpflaster

Ein Paradies in Kunrau

Um Thomas’ Mutter zu ihrem 71. Geburtstag zu besuchen, fuhren wir am nächsten Tag weiter in den Norden von Wolfsburg. Nach Kunrau. Die Tochter der Gastgeber, Verena, begrüßte uns und zeigte uns einen Platz in dem wundervollen Garten. Was für eine Oase!

Sie und ihre Eltern sind selbst Camper und bei Landvergnügen aktiv, so dass wir gleich ins Gespräch kamen. Und diese Gespräche waren wunderschön verbindend. Kurz bevor wir zu Thomas’ Mutter fuhren, bekamen wir noch Blumenkränze geschenkt, die wir als Geschenk mitbringen sollten.

Mit großer Freude erlebten wir einen herrlichen Geburtstag und feierten das Zusammenkommen in Wolfsburg. Die Kinder genossen die Zeit mit ihrer Oma so sehr! Natürlich wie jedes mal auch mit einem gemeinsamen Eis!

Die Zeit geniessen!

 

Wieder zurück in Kunrau spielten unsere Kinder den folgenden Tag mit Lotti, der Tochter von Verena und das den ganzen Tag. Wasserrutsche, Gartensprenger, Verstecken, und und und …

Wir wären länger geblieben, wenn nicht bereits die nächste Gemeinschaft gewartet hätte. Danke an unsere Gastgeber für die freundliche Aufnahme und die Möglichkeit in Ruhe den Geburtstag feiern zu können!

Die Welt als Abenteuer

Mittendrin in der Gemeinschaft

Wolfgang begrüßte uns sehr herzlich und traf eine wichtige Entscheidung. Bei der Hitze sollten wir nicht auf dem Parkplatz stehen, direkt in der Sonne und ohne Schatten. Sondern auf dem Innenhof, auf dem schattigsten Platz. Das war nicht nur wegen der Hitze richtig toll, sondern weil wir so auch „mittendrin“ in der Gemeinschaft „Mittendrin“ waren.
 
Wir wurden von allen Gemeinschaftsmitgliedern herzlich begrüßt und fühlten uns dort gleich wohl. Die Kinder freundeten sich schnell mit den anderen Kindern an und der Wasserspaß, Fahrradspaß und Lebensspaß ging los. Thomas und Sonia führten tolle Gespräche mit den Menschen dort. Einfach bereichernd.
 
Der Gemeinschaftsplatz wirkte wie aus einer anderen Zeit. Wir haben selten einen so schönen Ort gesehen. Und bei unseren Spaziergängen durch das Dorf trafen wir immer wieder offene und freundliche Menschen. Was für eine Wohltat.
 

Am See

Einen Nachmittag gingen wir mit Lisa und ihren Kindern an einen nahe gelegenen See. Den hatten wir fast für uns. Es war eine Zeit des Seins, einfach sein. Ganz entspannt im Hier und Jetzt. Thomas ließ es sich nicht nehmen die Wasserrutsche zu probieren, stellte jedoch fest, dass das Wasser noch zu niedrig dafür war.
 

In Sammatz, in der weiten Welt

Am anderen Tag waren wir in Sammatz auf dem Michaelshof. Unglaublich schön: ein herrlicher Park, Tiere, Gärten, Hofladen, Cafe und und und … Vor allem unglaublich viele junge Menschen, aus der ganzen Welt. Sonia sprach mit einer Frau aus Frankreich, Thomas mit einer Frau aus Neuseeland. Die Welt schien sich in Sammatz zu treffen.
 
Ein sehr seltenes Schild!
Die Zeit war viel zu kurz. Wir konnten gar nicht alle Mitglieder kennenlernen und wären gerne länger geblieben. Doch Thomas hatte einen beruflichen Termin in Mainz, so dass wir uns auf die Reise in den Süden aufmachten.

Stippvisite in Heidelberg

In zwei Etappen fuhren wir von der Gemeinschaft zurück nach Heidelberg. Unsere Zwischenstation war ungefähr in der Mitte und wir schliefen umgeben von Pferden und Ziegen. Da Marie bereits um 5 Uhr nicht mehr schlafen konnte, fuhren wir sehr früh weiter. Das Schöne daran war, dass wir um 10 Uhr in Heidelberg waren. Wir wurden von Martina herzlich begrüßt und fühlten uns fast wie Zuhause.

Die Zeit verging wie im Fluge. Neben der Beerdigung von Sonias Opa gab Thomas ein Training über drei Tage. So dass leider viel zu wenig Zeit blieb, um gute Freunde zu besuchen. So freuten wir uns umso mehr, dass Sandra uns besuchen kam. Ein gemütliches Beisamensein, das viel zu selten stattfindet.

Noch ein Besuch beim Frauenarzt (es ist ein Junge) und dann fuhren wir bereits wieder in Richtung Norden. Wir wollten an die Ostsee!

Das Schwetzingen des Nordens – Beelitz

Ein Zwischenstopp in Oberfranken bei einem freundlichen Landvergnügen-Gastgeber war genau richtig. Gut erholt standen wir auf und fuhren am Sonntag-Vormittag weiter nach Norden. Unser Ziel war der Spargelhof Jakobs in Beelitz. Bisher wußten Thomas und Sonia nicht, dass der Beelitzer Spargel so berühmt und bekannt wie der Schwetzinger Spargel ist. Aber durch unseren Stellplatz auf einem Spargelhof, blieb das unübersehbar. Außerdem gab es hier offene und herzliche Gespräche mit der Dame am Spargel-Verkaufsstand. Für uns eine typisch Berliner-Schnauze. Direkt und herzlich!

Auf nach Potsdam

Den ersten Tag vor Ort nutzten wir für einen Besuch in Potsdam. Im holländischen Viertel fühlten wir uns sehr wohl. Und auch Straßen daneben bieten sehr viele individuelle Geschäfte, eine ganz andere Kultur im Vergleich zu den Standard-Einkaufsstraßen mancher Großstadt. Potsdam ist eine der wenigen Städte, die uns gefallen hat.

Welcher Hut ...?

Besuch einer guten Freundin

Besondere Freude kam auf, als eine gute Freundin von Thomas uns besuchte: Janet. Sie ist Papiermacherin und Buchbinderin. Thomas hat sie vor vielen Jahren in Mosbach auf einem Markt kennengelernt. Über all die Jahre gab es sehr viele Emails und regen Austausch.

Janet ist selbst vor 5 Jahren nach Berlin gezogen und geniesst die Zeit in dieser Stadt sehr. Unsere gemeinsame Zeit verflog viel zu schnell. Ach, es wäre so schön, solche Menschen dauerhaft in seinem Umfeld zu haben. Nicht nur macht Janet herrliche Unikate, tolle Bücher, sondern sie ist eine tolle Gesprächspartnerin. Danke Janet, für Deinen Besuch bei uns!

Es sind die Begegnungen mit Freunden, die den Reiseweg so bereichernd machen. Freunde, die wir viel zu selten sehen!

Auf dem Hof

Für die Kinder war der Hof herrlich. Ein großer Spielplatz, eine Hüpfburg, Fahrzeuge, Schaukeln, Rutschen, ein Karussel und und …

 

Schneller, schneller, schneller

Badespaß auf dem Weg zur Ostsee

Ein Zwischenstopp sollte es werden, und wurde dann doch etwas länger als geplant. Unser Aufenthalt in Bandelow. Wir standen bei sehr freundlichen Gastgebern, die einen wundervollen Hofladen betreiben. Im RIESEN-Garten standen wir ruhig und abgelegen.

Nebenan war ein Pool aufgebaut, den die Kinder nutzen durften. Und das taten sie ohne Pause. Direkt nach dem Aufstehen, bis zum ins Bett gehen …

Gemeinsam ins Wasser

Nächstes Mal ...

Das nächste Mal machen wir Urlaub. Eine Woche auf einem Campingplatz an der Ostsee und noch eine Woche in der Mecklenburgischen Seenplatte. Doch dazu das nächste Mal mehr.

Sonias Zwischenfazit

Dieser Reiseabschnitt war für mich ein wenig durch Opas Tod überschattet. Es war allerdings ein anderes Gefühl, als die letzten drei Todesfälle. Viel friedlicher: Er durfte ein reiches Leben leben und wünschte sich am Ende auch gehen zu können. Ich denke, in diesem hohen Alter und nachdem er seine beiden Kinder, sowie seinen Urenkel die letzten drei Jahre beerdigen musste, kam es eher wie eine Erlösung. Mein Opa ist für mich die Verkörperung von Einfachheit und still gelebter Weisheit. Er hat in seinem Leben viele Hindernisse und Schwierigkeiten erlebt und bewahrte sich dennoch bis zuletzt seinen Humor und seinen tiefen Glauben. Das hat mich sehr beeindruckt! Er wird in dieser Hinsicht immer als leuchtendes Beispiel in meinem Herzen weiterleben!

Besonders angetan war ich von der Gemeinschaft Mittendrin. Rote Lehmhütten und einfach ein wunderschöner Ort für das Auge und für das Herz! Da wurde mir deutlich, wie gut mir eine gewisse Ästhetik tut. Auch wenn natürlich die Menschen schlussendlich den Unterschied machen!

Es war auch sehr schön, Oma Bruni, wiederzusehen. Ihr Lachen und ihre Lebensfreude sind immer wieder ansteckend!

Thomas' Zwischenfazit

Eine große Reise, die wir zwischen Kunrau, Heidelberg und Bandelow unternommen haben. Der Abstecher nach Mainz tat deshalb ein bisschen weh, weil wir dadurch wieder runter, wieder hoch fahren mussten. Doch das Training war super.

Besonders schön fand ich den Besuch in Kunrau, in diesem herrlichen Garten. Besonders genossen habe ich den Geburtstag meiner Mutter. Es ist so schön anzusehen, wie sie mit Marie, Merlin und Momo spielt. So viel Lebensfreude, ein wahre Freude aus dem Herzen.

Die Zeit bei Mittendrin war viel zu kurz. Dort gibt es herrliche Häuser (Lehm, Holz, …) und tolle Gesprächspartner. Ich kann mir gut vorstellen, dort wieder hinzufahren und sie alle noch besser kennenzulernen. Vielleicht ein Ort für uns?

Potsdam ist eine der wenigen Städten, die schön finde. Diese Stadt ist noch ein wenig individuell und entschleunigt. Auch ein Ort, um zu leben!

Den Osten zu entdecken macht mir sehr viel Spaß. Die Leute sind offener, experimentierfreudiger, direkter. Ich freue mich auf weitere Begegnungen!

 

Stellplätze dieser Etappe

Bauernkäserei Wolters



Bandelow 50, 17337 Uckerland, Deutschland


Jakobs-Hof Beelitz


Kähnsdorfer Weg 1A, 14547 Beelitz, Deutschland

DekoNatur Kreativhof


Alte Bahnhofstraße 12, 38486 Klötze, Deutschland

Eis*Stall


Diesdorfer Str. 12, Diesdorf 06386 Quellendorf, Deutschland

Hofladen Quer Beet

http://www.hofladen-querbeet.de
Kirchheimer Hof 5, 69124 Heidelberg, Deutschland

Mittendrin Leben eG

http://gemeinschaft-mittendrin-leben.de/
Im Dorf 2, 21368 Dahlem, Deutschland

Karte der besuchten Orte und Menschen

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Ihr Beiden
    Herzlichen Dank für den Neuen Reisebegleiter-Brief Nr 18 und trotz meinem herzlichen Beileid für den Tod Deines Opas Sonia, war es für mich ein freudiger, entspannter und irgendwie beruhigender Ausschnitt aus Eurer Suche…
    Alles Beste für Euch 5,5 wünscht der Uwe

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen

Unsere Heldenreise mit einer Spende unterstützen

Wir freuen uns über jede Spende, damit wir mit unserer Heldenreise noch mehr Menschen erreichen können. Du kannst per Paypal spenden. Du brauchst dazu kein Paypal-Konto, sondern kannst dies ebenso per Kreditkarte tun.