Gerade beschäftigt mich das Thema Stillen. Seit gestern stille ich nämlich Momo, die am 19. November ein Jahr alt wird, ab. Schon vorher hatte ich ein paar Versuche gestartet, aber da war ich für mich anscheinend nicht klar genug. Also klappte es auch nicht. Jetzt fühlt es sich aber stimmig für mich an.

Das Thema Stillen ist ein recht kontroverses Thema. In meinem Bekanntenkreis sind Mütter, die gar nicht, bis hin zu Mütter die über drei Jahre gestillt haben. Was ist nun richtig? Was ist falsch? Kann man das überhaupt sagen?

Stillen und Geborgenheit

Ob und wie lange eine Frau stillt, sollte nach meiner Meinung, jede für sich entscheiden. Was mich betrifft, so habe ich alle meine drei Kinder etwa ein Jahr lang gestillt. Ich glaube, dass es vor allem in den ersten 6 Monaten nichts besseres als die Muttermilch gibt. Aber nach einem Jahr, wenn sie schon ein paar Zähnchen haben, schon so gut essen, dass sie auch ohne meine Milch satt werden, reicht es für mich. Und so hatte ich das Gefühl, dass das Stillen eher der Nähe, dem Schmusen und dem sich geliebt und geborgen fühlen, diente. Sehr wichtig! Keine Frage. Aber aus meiner Sicht geht das auch ohne die „Milchzufuhr“. Ich kann meine Kinder auch so immer wieder in den Arm nehmen, Herzen und eine Atmosphäre der Liebe kreieren, ohne sie stillen zu müssen. Das ist mein Gedanke.

Wie macht es die Natur?

Seit wir nun unterwegs sind und vor allem an Bauernhöfen mit Tieren halt machen, war es für mich interessant zu beobachten, dass es in der Tierwelt scheinbar nicht viel anders ist. Die Mutterschafe, die ich beispielsweise beobachtete, stießen ihre Jungen nach etwa 8 Monaten ab, wie mir der Bauer erklärte. Die Jungen, würden am Liebsten weitergesäugt werden, aber die Mütter hatten genug. Und sie ließen das auch ganz klar erkennen. Woraufhin die Lämmer zum Teil aggressiv wurden und manche, zum Schutz ihrer Mütter, von ihnen getrennt werden mussten. Das hätte ich irgendwie nicht gedacht. In meiner Fantasie war es so, dass die Mütter ihre Jungen nach Bedarf stillen. Und der Bedarf der Jungen nach einer gewissen Zeit einfach nicht mehr da ist. Das scheint wohl nicht der Fall zu sein.

Meine Fragen an Dich

Was ist deine Meinung?

Wie lange hast du gestillt? Oder wie lange hast du vor zu stillen?

Was sind aus deiner Sicht die Gründe dafür?

Über mich

Sonia

Sonia

Heldenmama mit Leib und Seele, begleitet 3 Kinder

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Liebe Sonia,

    zu erst einmal muss ich sagen, ich sehe es wie Du wenn es darum geht, dass jede Mutter das für sich entscheiden muss. Es ist ganz individuell, wie der Mensch eben selbst auch ist und ich glaube, es gibt da kein richtig oder falsch…

    Ich persönlich habe 3,5 Jahre gestillt und dann war meine pers. Grenze erreicht.
    Aber klar dient das Stillen nach so einer langen Zeit nicht mehr der alleinigen Nahrungsaufnahme. Es ist natürlich auch viel Nähe- und Kuschelbedürfnis. Ich für mich kann aber sagen es hat uns (meiner Tochter und mir) richtig gut getan und für uns war es wichtig und der richtige Weg.

    Ich muss aber auch sagen, ich hatte eine sehr enge Verbindung mit meiner Tochter schon von Anfang an. Ich redete viel mit ihr während meiner Schwangerschaft und wünschte mir eine tolle Schwangergerschaft sowie schnelle und unkomplizierte Geburt ganz ohne Schmerzmittel und Co. Auch ein Kaiserschnitt oder PDA kamen für mich nicht in Frage. Ich wusste und wünschte mir ihre Geburt und genau so kam sie 🙂
    Da wir viel miteinander kommuniziert haben bin ich mir sicher, sie hat mich in meinen Wünscheb unterstützt. Oder nennen wir es „der Glaube versetzt Berge“, in meinem Fall war es einfach so.

    Ich hatte ein Urvertrauen in mich, in die Natur und meine ungeborene Kleine und ich wusste eben auch, ich möchte stillen komme was wolle …

    Es war für mich einfach so klar und es gab keine andere Option – es war mir wichtig und es fühlte sich richtig an. Es gab gleich nach der Geburt Schwierigkeiten beim Stillen und eine nicht so nette Krankenschwester verunsicherte mich kurzzeitig, aber ich war gefestigt in meinem Wunsch und dank einer gute Hebamme, die mich bestärkte dran zu bleiben, blieb ich es auch und danach lief es reibungslos.

    Ich habe jede Sekunde genossen. Wenn ich daran zurück denke an ihre großen Kulleraugen, die mich von unten ansahen fehlt mir der Moment manchmal …

    Ich habe oft von den schrecklichen Erzählungen mit blutender Brustwarzen durch Zähnchen bzw Bisse gehört – es hat mich auch mal kurzzeitig wirklich ängstlich gemacht und dadurch auch blockiert.
    Von Außen wird man oft zu schnell verunsichert und überhört so die eigene Stimme … naja ich wollte aber Stillen, weil ich es liebte und die innige Zeit mit ihr genoss, die viel zu schnell vorüber geht.

    Ich redete mit ihr auch darüber und als die Zähne kamen erklärte ich ihr auch, dass sie nicht zubeißen darf weil das Mami sonst sehr weh tun könnte und naja was soll ich sagen ich vertraute darauf und sie hat es auch nie getan.

    Ich denke die Kraft der Gedanken oder Selbstsuggetion darf man nie unterschätzen. Ängste blockieren und behindern und wenn man etwas möchte und es sich vor Augen vorstellt dann kann es auch Realität sein oder werden.

    Ich wusste auch, sie braucht keinen Schnuller und tatsächlich hat sie nie einen benötigt – worüber wir auch sehr dankbar sind.

    Als sie dann 3 1/2 war und ich auch nicht mehr konnte erklärte ich ihr meinen Wunsch, ebenfalls wieder kindgerecht, und binnen kürzester Zeit war sie „abgestillt“.
    Heute kuscheln wir auch weiterhin viel und ich genieße es …

    Gründe für mich zu Stillen :

    Neben den gesundheitlichen Vorteilen (nüchtern gesehen) war es einfach auch mein Wunsch und der unbändige Wille Stillen zu wollen und jede Sekunde dieser intensiven Zeit der Zweisamkeit und der Nähe mit ihr bewusst zu erleben und auch zuzulassen. Ich denke diese Zeit hat nicht nur ihrer Entwicklung gut getan sondern auch meiner (Weiter)Entwicklung 🙂

    1. Liebe Tina!
      Oh ich kann förmlich aus deinen Zeilen lesen, wie gerne du gestillt hast und wie du diese innige Zeit mit deiner Tochter in vollen Zügen genossen hast! Es ist toll zu lesen, dass alles genau so kam, wie du es dir von Herzen gewünscht hast. Ich glaube auch daran, dass wir uns unsere Realität in großen Teilen erschaffen können. Ich glaube, an die Macht der Gedanken, an Visualisation, an Herzenswünsche, die zur Realität werden. Leider geht es im Alltag viel zu oft unter. Von daher freue ich mich gerade, dass du mich durch deine Worte, an diese Kraft erinnert hast!
      Es macht mich glücklich zu lesen, dass du und deine Tochter so ein inniges Verhältnis habt! Wie schön, wenn das ein Kind so erleben darf! So wie ich es verstehe, hast du aber auch viel dafür getan. Sie als erstes als gleichwertig genommen und viel mit ihr gesprochen. Diese liebevolle Einstellung macht meiner Erfahrung nach, viel aus. Ich merke immer mehr bei mir im Alltag, dass Situationen eskalieren, wenn meine liebevolle Einstellung im Stress untergeht.
      Liebe Tina, vielen Dank für deinen sehr bereichernden Beitrag!
      Ganz liebe Grüße
      Sonia

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