Heute beschäftigt mich insbesondere das Thema Zeit. Und zwar bezogen auf meine Zeit als Mama. Die Zeit, die ich für mich alleine habe. Seit ich vor rund fünf Jahren Mutter wurde, hat sich die Zeit, die ich ohne meine Kinder verbringe (und zwar auch bezogen auf nachts) fast auf null reduziert. Immer wieder habe ich sehr daran zu knabbern. Unsere Kinder waren nie in Fremdbetreuung, d.h. Von Stunde null an bei mir … rund um die Uhr

Du fragst dich vielleicht, warum ich mir das so ausgesucht habe?

Es hat wie so vieles mehrere Gründe. Als ich fünfundzwanzig Jahre alt war, war ich in einer Beziehung mit einem Mann, der bereits verheiratet war und zwei Kinder hatte. Er war für sich klar, dass er keine weiteren Kinder haben wollte. So kam ich irgendwann in unserer Beziehung an dem Punkt, an dem ich mich entscheiden musste: Nonne oder Mama? Das klingt jetzt vielleicht krass, aber fast so schwarz-weiß war es tatsächlich. Solange ich denken kann, habe ich viel Zeit alleine verbracht und kurz bevor ich Familie hatte, verbrachte ich den größten Teil meiner Zeit mit meditieren, Yoga und lesen. Ich bin eine sehr zurückgezogene Person, die viel Raum und Zeit für sich braucht.

Diesen Weg hätte ich durchaus so weitergehen können. Irgendwie hatte ich aber das Gefühl, dass das für mich nicht anstehen würde. Selbst Kinder zu haben, eine Familie zu gründen erschien mir als das, woran ich in diesem Leben am meisten wachsen könnte. So habe ich mich ganz bewusst für den Familienweg entschieden. Mit Tom hatte ich das große Glück, auf den Mann im Leben zu stoßen, mit dem ich diesen Weg auch beschreiten wollte.

Keine Fremdbetreuung

Als dann Marie vor fünf Jahren zur Welt kam, konnte ich mir in keinster Weise vorstellen, sie in Betreuung zu geben. Ich verbrachte jede Minute mit ihr und wollte es auch so. Es war zunächst keine bewusste Entscheidung. Ich folgte vielmehr meinem Instinkt. Dass ich meine Kinder nicht in die KITA tue, stand schon vorher außer Frage.

Ich bin selbst mit einer Mutter aufgewachsen, die rund um die Uhr für uns da war und habe es sehr genossen. Es war für mich immer ein schönes Gefühl, wenn ich nach Hause kam und sie da war. Es schenkte mir ein starkes Gefühl von Geborgenheit, Vertrauen, Wärme und Geliebtsein. Das wollte ich meinen Kindern auch geben.

Was aber den Kindergarten anging, so war das was anderes. Ich selbst bin wie fast jeder hingegangen und kann mich auch an nichts nachteiliges erinnern. Die Entscheidung Marie nicht in den Kindergarten zu tun, kam zunächst aus dem Impuls heraus, dass sie das mit drei Jahren noch nicht brauchte. Erst mit vier Jahren machte ich die Beobachtung, dass sie das Verlangen hatte mit anderen Kindern zu spielen.

In der Zwischenzeit waren zwei weitere Kinder geboren, Merlin und Momo. Und voller Freude konnte ich beobachten, wie die Geschwister anfingen miteinander zu spielen. Sie streiten sich zwar auch sehr oft, aber alles in allem kann ich beobachten, wie gerne sie beieinander sind und gemeinsam die Welt entdecken.

Schulfrei und Freilernen

In der Zwischenzeit bin ich auch auf das Thema Schulfrei gestoßen. Durch ein Video von André Stern. André Stern ist Mitte vierzig, Franzose und ist nie in die Schule gegangen. Er hatte zeitlebens das große Glück, den Weg seiner Begeisterung folgen zu dürfen, ohne dass ihm von Außen Lernstoff aufgezwungen wurde. Da begann ich mir Fragen zu stellen. Vor allem die Frage:

Was möchte ich für meine Kinder im Leben?

Schnell wurde mir klar, dass ich keinen Wert darauf lege, Kinder zu begleiten, die als Erwachsenen möglichst ein großes Allgemeinwissen haben. Nein, vielmehr wünsche ich mir von Herzen, dass sie sich als erstes geliebt und geborgen fühlen, um dann voller Vertrauen ins Leben hinaus schreiten zu können. Mein Gefühl bei meinen Kindern ist, dass sie diese Liebe und das Vertrauen am meisten bei uns zu Hause aufbauen können. Dort, wo sie sein können und geliebt werden.

Das gilt aus meiner Sicht vor allem für die ersten sechs bis sieben Jahre. Wurzeln geben. Danach liegt der Fokus für mich ins Hinausgehen, die Welt draußen entdecken. Wachsen können. Da wünsche ich mir eine Begleitung für sie, mit der sie sich ihre Selbstliebe, ihr Vertrauen und ihre Begeisterung fürs Leben erhalten und ihrem Herzen folgen können. Kurz gesagt: ich wünsche mir, dass sie Erwachsene werden, die den Weg ihres Herzens gehen. Die der Freude folgen. Die die Gabe ausleben, die sie hier auf der Erde mitgebracht haben. Die Art von Begleitung suche ich noch.

Mama und Sonia

Nun aber zurück zum Ausgangspunkt. Jeden Tag aufs Neue entscheide ich mich 24 Stunden am Tag bei meinen Kindern zu sein. Und möchte das auch aus ganzem Herzen. Und dennoch … dennoch gibt es eben noch Sonia.

Die Frau, die auch gerne Raum und Zeit für sich hat. Und die immer wieder daran knabbert, dass dieses Gleichgewicht im Moment, bei drei kleinen Kindern nicht gegeben ist. Ehrlich gesagt, will es mir auch nicht in den Kopf gehen, dass die einzige Lösung für weniger Stress bzw. Mehr Zeit für mich, unser Bildungssystem sein soll. Für mich ist das Leben die größte Schule. Auf unserer Reise begegnen wir jeden Tag Menschen, die uns so immens viel beibringen können.

Und da hänge ich. Wie kann ich da für mich einen guten Weg finden, auf dem ich meinen Bedürfnissen und denen meiner Kinder gerecht werden kann?

Meine Fragen an Dich

Wie findest du ein gutes Gleichgewicht für dich und deine Familie?

Hast du das Gefühl, ein gutes Gleichgewicht für dich gefunden zu haben?

Was möchtest du für deine Kinder?

Über mich

Sonia

Sonia

Heldenmama mit Leib und Seele, begleitet 3 Kinder

Aktuelle Heldenmamas-Kommentare

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Ich brauche manchmal wirklich Zeit für mich. Dann überlasse ich unser Kind meinem Mann oder den Großeltern.
    Ich versuche das ich einmal in der Woche etwas für mich mache. So bleibe ich langfristig ausgelichener auch dem Kind gegenüber. Mitlerweile geht es auch zu andern Kindern zum Spielen. Ich versuche dann, diese für mich freie Zeit nicht nur mit Hausarbeiten zu füllen.

    1. Liebe Petra!
      Du sprichst da etwas für mich sehr essentielles an: Zeit haben auf einer regelmäßigen und verlässlichen Basis. Als wir noch nicht unterwegs waren und in Heidelberg wohnten, nahm meine Mutter die Kinder auch immer mal wieder. Ein großes Geschenk! Was allerdings für mich nach Hinten los ging, ist wenn diese Zeit ausfiel oder verschoben wurde. Ich habe für mich festgestellt, dass das fast noch schlimmer ist als keine Zeit haben. Mich auf freie Zeit zu freuen, die plötzlich weg fällt, ist echt schwierig!
      Und natürlich auch das Thema: jetzt habe ich Zeit, dann erledige ich schnell noch ein paar Dinge im Haushalt. Keine gute Sache, aber so verführerisch …
      Vielen Dank, Petra, für deinen wertvollen Beitrag!
      Liebe Grüße
      Sonia

  2. Liebe Sonia,
    ich bin eher zufällig auf Eure Seite und Eure Reise gestoßen, finde sie sehr spannend und inspirierend.

    Meine Antwort ist “Papa”: wir haben zwei Kinder und haben nach meiner Mama-daheim-Zeit den Weg gewählt, dass beide 50% arbeiten und uns gemeinsam um die Kinder kümmer (also oft eben zeitversetzt). Das ist für uns der ideale Weg, da jeder auch Zeit hat, sich um sich zu kümmern und wir aber beide sehr internsive Beziehungen zu den Kleinen haben.

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